Borussia Dortmund - 1. FC Köln

 

Dortmund, Westfalenstadion

81.365, Ausverkauft

1. Bundesliga

24.01.2020, 20:30

Borussia Dortmund - 1. FC Köln  5:1

 

Am 24. Jänner stand das Westfalenstadion in Dortmund auf der Agenda, wo an jenem Tag die Geißböcke aus Köln gastierten. Los ging es für mich um 5 Uhr morgens. Viel geschlafen hatte ich nicht, die Vorfreude war wieder mal zu groß. Immerhin standen neben dem Flutlichtspiel an der Strobelallee, an diesem Wochenende auch noch Mönchengladbach, Rotterdam und Leverkusen auf dem Programm. Aufgrund dessen ist man aber auch ohne große Nachtruhe topfit. Die gut 780 Kilometer in den Westen Deutschlands wurden relativ zügig per PKW bewältigt. Nach Ankunft in der, nach Köln und Düsseldorf, drittgrößten Stadt Nordrhein-Westfalens, hielt ich gleich beim Parkplatz C des Westfalenstadions um erste Eindrücke von der Dortmunder Spielstätte sowie näheren Umgebung zu gewinnen. Überall an den Wänden der Bahnstationen, Laternen sowie Stromkästen befinden sich Graffitis und Schriftzüge des Vereins und deren Ultragruppierungen. Unerheblich wo man in dieser Stadt hingeht, um den BVB kommt man hier nicht herum. Der Klub ist allgegenwärtig. Egal ob in Supermärkten, Pizzerien, Restaurants, etc., entweder hängen Schals an der Wand, stehen Werbefiguren im Raum oder es befindet sich zumindest ein BVB Sparschwein an der Kasse. Man muss schon sagen, dass hat schon etwas wie hier die ganze Stadt hinter der Borussia steht. Das beeinflusst natürlich auch die Personen die dort leben. Man wird eigentlich sieben Tage die Woche mit den Schwarz-Gelben konfrontiert, es bleibt einem fast nichts anderes übrig als ein Anhänger dieses Vereins zu werden. Entlang der Strobelallee, in welcher sich das Stadion befindet, wurden auch alle anderen nennenswerten Veranstaltungszentren der Stadt gebaut. Unter anderem die Leichtathletikhalle sowie die Westfallenhallen. Läuft man bis ans Ende dieser Straße, gelangt man außerdem zur BVB Fanwelt und man kommt an einem Pub vorbei. Des Weiteren befindet sich nebenan die „Rote Erde“. So wird das ehemalige Stadion der Borussia genannt, in dem sie von 1937 – 1974 ihre Heimspiele ausgetragen hat. Heute ist dort immerhin noch die zweite Mannschaft in der Regionalliga aktiv. Infolge eines kurzen Besuchs in der Fanwelt, pendelte ich kurz zum Hotel um den Check In vorzunehmen. Nach kurzer Rast und einer kleinen Mahlzeit in einer Pizzeria neben der Bleibe, machte ich mich auf den Weg zurück zum Stadion. Geparkt wurde dort innerhalb des Parkplatzbereiches „E“. Kostenpunkt: 7€. Nicht günstig aber der Preis geht in Ordnung, denn der Weg zum Stadion ist kurz, es gibt reichlich Abstellplätze und man kommt nach Spielende auch relativ zügig wieder weg. Nicht selbstverständlich bei 81.365 Personen. Nach einem kurzen Gehweg von knapp fünf Minuten erreichte ich dann auch schon meinen Blockeingang, welcher sich an der Ecke Süd-West befand. Sehr gut getroffen. Dies bot mir nämlich die Gelegenheit auch einige Eindrücke vom Zugang der Südtribüne zu gewinnen. Man bekommt hier schon von außen Gänsehaut. Sieht man sich um, erblickt man zahlreiche Wandbemalungen von verdienten Spielern der Borussia sowie einige Treuebekenntnisse, die entlang der Mauern verewigt wurden. Sehr schön und imposant, wie generell das ganze Stadion. Erbaut wurde es 1974 mit einem Fassungsvermögen von knapp 54.000 Plätzen für die Weltmeisterschaft 1974. Seither oftmals umgebaut und erweitert bis schlussendlich die aktuelle Kapazität von 81.365 erreicht wurde. Bei internationalen Turnieren dürfen übrigens nur 66.000 Zuschauer den Spielen beiwohnen, da Stehplätze verboten sind und somit das Volumen auf der Südtribüne um 15.000 Plätze sinkt. Gegen den 1. FC Köln zum Glück nicht. Es war knacke voll. Vor Spielbeginn richtete die „Gelbe Wand“, wie die Fantribüne auch genannt wird, eine Botschaft auf Dänisch gegen Red Bull. Dieses Statement gab es später auch noch auf Deutsch von beiden Fanlagern per Spruchband. Darauf stand „Finger weg von Brøndby IF“. Ursache der Handlungen waren die noch bestehenden Gerüchte rund um Dietrich Mateschitz, welcher möglicherweise beim dänischen Verein Brøndby IF einsteigen könnte. Des Weiteren gab es noch gemeinsame Aktionen gegen den VAR und kurz vor Anpfiff führten die Kölner Ultras eine Choreographie durch. Mit Transparenten plus Doppelhaltern, auf denen die Viertel der Stadt Köln zusehen waren, wurde die Verbundenheit zur Stadt verdeutlicht. Die Choreo war noch gar nicht zu Ende, da klingelte es schon zum ersten Mal im Tor der Gäste. Anschließend einer einfachen Ballstafette über die rechte Seite, brachte Sancho den Ball perfekt zur Mitte, wo Guerreiro goldrichtig stand und die Führung besorgte. Ein Start nach Maß für die Dortmunder. Die Geißböcke haben sich das natürlich ganz anders vorgestellt. Der eigentliche Matchplan war somit schon in der 1. Minute über den Haufen geworfen, dass spielte den Hausherren gewiss in die Karten. Die Borussia dominierte danach das ganze Spiel über das Geschehen und ließ kaum Chancen zu. Reus stellte in Minute 29 nach herrlichen Zuspiel von Hummels auf 2:0, was auch gleichzeitig den Halbzeitstand bedeutete. Der zweite Abschnitt begann ruhiger und weniger fulminant als der erste, jedoch gab es auch wieder rasch ein Tor zu bestaunen. Sancho tankte sich durch zwei Spieler durch und jagte den Ball unter die Latte – 3:0. Folglich flachte die Partie ein wenig ab, sodass die Gäste zu mehr Spielanteilen kamen und Uth für Köln verkürzen konnte. Schlussendlich sprachen alle aber wieder über Erling Haaland. Dieser wurde kurz nach dem 3:1 eingewechselt und konnte mit zwei Toren wieder aufzeigen. Am Ende gewann Borussia Dortmund hochverdient mit 5:1.

 

Anbei noch ein paar Fakten zu den Vereinen:

 

Der „Ballspielverein Borussia 09 e. V. Dortmund“, wie der offizielle Name lautet, wurde am 19.12.1909 von 18 Personen gegründet, welche das Ziel verfolgten einen von der Kirche unabhängigen Verein zu schaffen. Mit acht deutschen Meisterschaften sowie vier DFB Pokalsiegen gilt der Klub nach dem FC Bayern München als erfolgreichster Klub Deutschlands. 1966 konnte man als erster deutscher Verein überhaupt den Europapokal der Pokalsieger gewinnen. Borussia Dortmund hat knapp 154.000 Mitglieder und besitzt somit hinter dem FC Bayern (293.000) und dem FC Schalke 04 (155.000) die drittmeisten Mitglieder im deutschen Vereinsfußball. Äußerst Pikant: Die Gründungsfarben sind nicht Schwarz-Gelb sondern Blau-Weiß! Geändert wurden die Farben erst am 14.2.1913. Warum man sich damals entschied die Farben zu tauschen ist unklar.

 

 

Der 1. FC Köln ging am 13.2.1948 aus der Zusammenlegung der beiden Vereine „SpVgg Sülz 07“ und dem „Kölner BC 01“ hervor, weshalb der offizielle Name "1. Fußball-Club Köln 01/07 e. V." lautet. Gespielt wird seither in den Farben Rot-Weiß. Mit zirka 110.000 Mitgliedern reiht sich der Klub in die Gruppe der mitgliederstärksten Vereinen Deutschlands ein. Der Verein ist Gründungsmitglied der Bundesliga, welche man 1963/64 als erster gewinnen konnte. Es folgten zwei weitere Meistertitel sowie vier DFB Pokalsiege. Der letzte Titelgewinn ist allerdings lange her und datiert vom 11.6.1983 .