Bayer 04 Leverkusen - Fortuna Düsseldorf

Leverkusen, Ulrich-Haberland-Stadion

26.250

1. Bundesliga

26.01.2020, 18:00

Bayer 04 Leverkusen - Fortuna Düsseldorf  3:0

 

 

Zu guter Letzt besuchte ich an diesem Wochenende, im Leverkusener Stadion, das Nachbarschaftsduell zwischen Bayer 04 Leverkusen und der Fortuna aus Düsseldorf. Bei der Planung dieser Tour war ich ehrlich gesagt, dieser Begegnung gegenüber, etwas skeptisch eingestellt, denn in der breiten Öffentlichkeit eilt den Nordrhein- Westfalen nicht der aller beste Ruf voraus. Es sei erwähnt, dass der Ruf schlechter ist, als die Tatsachen. Das Stadion ist toll. Architektonisch anschaulich. In der Stadt und vor allem im Umfeld der Spielstätte findet man jede Menge Graffitis sowie andere, auf den Verein aufmerksam machende Bemalungen, wie beispielsweise, der mit roten plus schwarzen Betonblöcken verzierte Kreisverkehr, stadteinwärts kommend. Fährt man dort zum ersten Mal zum Stadion, bekommt man Lust auf Fußball. Allerdings überlegt man es sich doppelt und dreifach ob man hier als auswärtiger nochmal per PKW anreist. Um es milde auszudrücken, die Parkplatzsituation ist eine absolute Katastrophe. Es gibt schlicht und einfach keine! Jedenfalls nicht für vereinsfremde Personen. Allesamt dürfen nur mit gültiger Abstellberechtigung befahren werden. So stellte ich mein Fahrzeug unter der Stelzenbrücke ab, dies dürfte ein öffentlich zugänglicher Parkplatz sein. Gehweg zirka 1,6 Kilometer. Die Strecke lässt sich aber zügig bewältigen. Man läuft im Prinzip, abseits des Hauptverkehrs, geradeaus auf das Stadion zu. Bevor ich mich in den Innenraum begab speiste ich noch Fast Food bei Mc'Donalds, denn praktischerweise befindet sich einer visavis des Osteingans. Ansonsten gibt es nicht viele Alternativen im Umkreis. Anschließend passierte ich die Pforte zum Stadion. Was sofort ins Auge sticht, wenn man die Spielstätte betritt, sind die gut gelungenen Wandbemalungen, welche Porträts von langjährigen Spielern und Vereinsikonen zeigen. Generell präsentiert sich die Spielstätte schlicht, wie man es sonst auch von anderen neumodernen Stadien kennt. Warum die Südseite nur eine winzige Tribüne erhalten hat bleibt ein Geheimnis. Grundsätzlich besteht das Ulrich-Haberland-Stadion, so hieß es früher, seit 1958. Von 2007 - 2010 wurde es modernisiert. Der traditionelle Stadionname musste aber bereits im Jahr 1998 weichen.

 

Zur Begegnung erschienen 26250 Zuschauer. Die Partie war nicht ausverkauft. Sehr schade und aufgrund der Nahdistanz zwischen beiden Städten etwas unverständlich. Die Stimmung war trotzdem sehr gut. Dies war aber vor allem den mitgereisten Düsseldorfern verschuldet. Die Gäste gaben 90 Minuten den Ton an. Zu Beginn des Spiels gab es Pyrotechnik. Der Stehplatzbereich der Nordkurve Leverkusen war zwar um Dauersupport bemüht und erzeugte auch Großteils eine passable Lautstärke, aber der Funke sprang auf den Rest des Stadions kaum über. Die drei Punkte blieben in Leverkusen. Man tat sich aber lange schwer und hätte auch in Rückstand gehen können, doch die Düsseldorfer waren zu wenig effizient im Abschluss. So gewannen die Leverkusener, wenn auch ein Tor zu hoch, verdientermaßen mit 3:0.

 

Anbei noch ein paar Hintergründe zur Geschichte von Bayer 04 Leverkusen. Folglich kann sich jeder seine Meinung dazu bilden.

 

Da die Wurzeln auf den im Jahr 1904 gegründeten Betriebssportverein "TuS der Farbenfabriken" zurück gehen lässt sich über Tradition streiten. Änderungen gab es nämlich einige im Laufe der Zeit. Zum einen verließen die Fußballer 1920 aus firmeninternen Gründen den TUS und gründeten mit dem FV 04 Leverkusen einen eigenen Verein um weiterhin im DFB organisiert zu sein. Zum anderen fusionierten eben dieser Verein und der "Box und Sportverein", welcher sich bereits 1921 vom TUS abspaltete, 1928 zum SV Leverkusen 04. In dieser Form agierte der Klub 56 Jahre lang ehe man 1984 beide Sportvereine wiedervereinigte. Bis 1999 spielte man als "TSV Bayer 04 Leverkusen". Die Klubfarben wurden damals in Rot-Weiß geändert, die Fußballabteilung blieb allerdings bei Rot-Schwarz. Genau genommen entstand der Klub, in seiner heutigen Form also eben erst 1999. Damals gliederte die Bayer AG, die Lizenzspielerabteilung aus dem Verein aus und übernahm alle Anteile an der GmbH. Ermöglicht durch eine Ausnahmeregelung, welche die 50+1 Regel umgehen konnte. Diese Lücke öffnet sich sobald man einen Verein mindestens 20 Jahre lang fördert. Fazit: Traditionsverein? Nicht wirklich. Werksverein? Im Prinzip auch nicht mehr.