Eindhoven, Philips Stadion

31.000

Europa League 

24.10.2019

PSV Eindhoven - LASK  0:0

 

Nur zwei Wochen waren seit dem Auswärtsspiel in Lissabon vergangen, da stand bereits der nächste Auftritt auf internationalem Parkett am Programm. Dieses Mal führte uns der Weg in den Süden der Niederlande. Genauer gesagt nach Eindhoven, die Geburtsstadt des "Philips" Konzerns. Das Los bescherte dem LASK mit der "Philips Sport Vereniging" einen überaus attraktiven, wenn gleich auch sehr schweren Gegner. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, zirka gegen 00:30 Uhr machten wir uns zu viert auf die Reise. Dieses Mal per PKW. Etwa 1000 Kilometer beziehungsweise acht Stunden effektive Fahrtzeit liegen zwischen Linz und der Provinz Noord-Brabant, in welcher sich Eindhoven befindet. Etwa um 8:00 Uhr erreichte ich schließlich das Philips Stadion. Im Anschluss eines kurzen Lokalaugenscheins des nahe gelegenen Coffeeshops spazierten wir eine Runde um die heutige Spielstätte um diese genauer unter die Lupe zu nehmen. Bereits seit 1913 spielt der Verein auf diesem Gelände. Aufgrund der unzähligen Adaptierungen sieht das Stadion sehr ungleichmäßig aus. Häufig erweiterte man die Kapazität. Zuletzt im Jahr 2000 um die Uefa-Kriterien für die Europameisterschaft zu erfüllen. Die PSV schloss die Ecken, sodass die vorgegebene Anzahl an Sitzplätzen erreicht wurde und sanierte einige Teile der Sportstätte.

 

Daraufhin besuchten wir ein Kaffee, welches sich direkt im Stadion befindet. Auf der VIP Lounge angebauten Terrasse kann man sein morgentliches Heißgetränk im Innenraum des Stadions besonders genießen. Dieser Platz eignet sich auch bestens um Fotos zu machen. Jeder kann solange bleiben wie er möchte, Beschränkungen gibt es nicht. An Spieltagen schließt das Kaffee allerdings gegen Mittag. Wer einmal nach Eindhoven kommt, sollte sich das nicht entgehen lassen.

 

 

Hinterher stand eine Besichtigung des PSV Museums auf dem Plan. Ein sehr gelungenes Archiv, welches die Geschichte des 1913 vom Konzern "Philips" gegründeten Werksklub sehr detailliert darstellt. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein durften nur firmeninterne Mitarbeiter für den Verein spielen. Beachtlich ist, dass der Klub seit 1926 aus der ersten Liga nicht mehr abgestiegen ist und seither 24 mal niederländischer Meister sowie neun Mal Pokalsieger wurde. Den größten Erfolg der Vereinshistorie errang die PSV mit dem Gewinn des "Europapokal der Landesmeister" Titels 1988 (Anm. Vorgänger der Champions League.) Neben dem AFC Ajax gilt der holländische Spitzenklub übrigens als große Talenteschmiede. Mit beispielsweise Ruud Gullit, Romario, Ronaldo und Van Nistelrooy absolvierten bereits einige Weltstars ihre Ausbildung in Eindhoven.

 

Im Anschluss begaben wir uns kurz zu unserem Hotel um uns die Zimmerkarten zu organisieren. Folglich gings gleich zurück zum Stadion. Wir parkten das Auto in der Nähe des Gästesektors sodass am Abend eine rasche Abreise möglich war und machten uns zu Fuss auf in Richtung Innenstadt. Ziel war die neugotische Sint Katharina Kirche im Herzen Eindhovens. Der künstlerische Eindruck, der 1867 von Cuypers erbauten Kathedrale ist nicht ganz so mächtig wie man das von anderen berühmten Kirchen kennt. Mit ihrer 73 Meter hohen Doppelturmfront kann sie trotzdem überzeugen und veranschaulicht das Panorama der Stadt. Sodann kehrten wir in einer Gaststätte ein, sättigten sich mit niederländischer Kost und begaben uns infolgedessen zum Treffpunkt der Linzer Anhängerschaft. Am Markt angekommen, gönnten sich einige noch das ein oder andere alkoholhaltige Gemisch ehe man per fünfzehn minütigen Fußmarsch zur Wettkampfstätte aufbrach. Zirka 1000 Schlachtenbummler zogen durch die Straßen und ließen mit lauter Stimme auch noch die letzten Unwissenden, die Anwesenheit des LASK feststellen. Am Stadion eingefunden, mussten erst einmal die völlig von Sinn befreiten Voucher in Tickets umgetauscht werden. Dies war nur mit vorgezeigtem Reisepass möglich, weswegen sich das Ganze sehr mühsam gestaltete. Letztendlich haben es aber alle vor Spielbeginn in den Block geschafft. An diesem Abend schöpfte man das volle Potenzial aus und rief den wohl besten Support bei einem Auswärtsspiel in der jüngeren Europacupgeschichte des Linzer Athletik Sport Klubs ab. Die Mannschaft tat es einem gleich, resignierte nicht gegen den klar überlegenen Gegner aus Eindhoven und erkämpfte, wenn auch etwas glücklich, ein 0:0. Mit etwas mehr Kaltschnäuzigkeit hätte man das Spiel sogar gewinnen können. Joao Klauss hatte die drei Punkte am Kopf, vergab jedoch knapp. Seis drum. Den wichtigen Punkt nahmen wir gerne mit. Die endgültige Extermination des PSV sollte letzten Endes zwei Wochen später auf der Linzer Gugl folgen.