Trondheim, Lerkendal Stadion

9100

Europa League

28.11.2019, 21:00

Rosenborg BK - LASK  1:2

 

Einundzwanzig Tage nach dem heroischen Triumph gegen die PSV Eindhoven führte mich die Reise in den hohen Norden. Gegner im dritten und letzten Auswärtsspiel dieser Gruppenphase war der Rosenborg BK. Trotz klirrender Kälte sowie neunzehn!! Stunden andauernder Nächte wird man sich in Linz ewig an dieses Kapitel der schwarz-weißen Europacuphistorie erinnern. Geschichte wurde geschrieben - Der Linzer ASK steht im Sechzehntelfinale der Europa League.

 

Bereits einen Tag vor dem Spiel brach ich nach Norwegen auf. Per Direktflug gings kurz nach Mittag von Linz in das Land der Fjorde. So landete der Flieger gegen 14:30 Uhr im kalten Trondheim. Um genau zu sein, eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang, denn um 15 Uhr ist es zu dieser Jahreszeit in diesem Teil Skandinaviens bereits stockfinster. Sehr gewöhnungsbedürftig. Vor allem die Tatsache, dass man einen gewissen Grad an Helligkeit erst wieder nächsten Tag gegen 10:00 Uhr Vormittag zu sehen bekommt macht es den Gastmannschaften hier sicher nicht einfach. Die Sonne zeigt sich nie, man ist eigentlich immer müde, dazu kommen Schneestürme sowie natürlich die eisige Kälte. Am Abend stand eine zwei stündige Stadtrundfahrt per Bus am Plan welche im Reisepaket inkludiert war. Im Dunklen nicht optimal. Ein herrliches Panorma über die Stadt entschädigte die ansonsten eher monotone Expedition. Im Anschluss konterte ich in einem norwegischen Restaurant den Hunger aus. Vierhundert NOK leichter gings darauffolgend ins Hotel zur Nächtigung.

 

Donnerstag früh, nach dem Morgenkaffee machte ich mich zu Fuss auf den Weg und besichtigte die naheliegende Umgebung sowie das Lerkendal Stadion. Den Anfang machte der "Nidarosdom". Die Kathedrale, welche von Einheimischen auch "Herz Norwegens" genannt wird, überzeugt durch seine hochgotische Westfassade. Anschließend schlenderte ich durch die engen Gassen Trondheims zur Spielstätte. Typisch für Norwegen, gibt es überall fast nur Holzhäuser. Im Stadtkern besitzen allesamt abgerundete Ecken. Das Ganze machte man aufgrund der vielen Kutschen die hier früher unterwegs waren. Diese hätten ansonsten nicht um die schmalen Kurven fahren können. Angekommem beim 21.405 Zuschauer fassenden Lerkendal Stadion besuchte ich kurz den Fanshop und spazierte infolgedessen um den Ground von Rosenborg BK. Der norwegische Rekordmeister wurde 1917 als "Odd" gegründet. Diesen Namen trug der Klub bis 1927, danach benannte man den Verein nach dem trondheimer Ortsteil "Rosenborg" in jenem er ansässig war. Nach Ende des zweiten Weltkrieges wechselte der Ballklub den Standort und zog ins neueröffnete Stadion im Bezirk "Lerkendal". Aus traditionellen Gründen beschloss man den Namen "Rosenborg Ballklub" zu behalten. Das Stadion besteht seit 2002 in seiner jetzigen Form. 1996 wurde das alte abgerissen und neu errichtet, sechs Jahre später baute man es zu einem echten Fußballstadion um. Bis dorthin wurde es auch von Leichtathleten und drei anderen Fußballvereinen verwendet. Vor dem Stadion errichtete der Klub eine Statue zu ehren von Vereinsikone Nils Arne Eggen. Als Spieler und Trainer holte er insgesamt fünfzehn Meistertitel mit dem Rosenborg BK. Sehr beachtlich.

 

 Danach machte ich mich auf zum Hauptplatz um mich mit den anderen Linzern zu treffen. Von dort aus marschierten wir gegen 19:00 Uhr zur Spielstätte. Zirka dreißig Minuten kämpften wir uns im Schneetreiben durch Trondheim. Es war eine besondere Atmosphäre. Eine halbe Stunde vor Anpfiff war das Spielfeld komplett mit Schnee bedeckt. Die Rasenheizung konnte der hohen Menge nicht mehr standhalten und man befürchtete eine Spielabsage. Gott sei Dank hörte es kurz vor Spielbeginn doch noch auf zu schneien, sodass eine Austragung möglich war. Wenn auch zu widrigen Bedingungen. Dem LASK war es letzten Endes egal und gewann knapp aber verdient ein umkämpftes Spiel vor offiziell 9100 Zusehern mit 2:1. Goiginger brachte die Gäste per direkt verwandelten Eckstoss Mitte der ersten Hälfte mit 0:1 in Führung ehe Johnsen kurz vor der Pause den Ausgleich erzielte. Frieser köpfte den Linzer ASK in der 51. Minute ins Sechzehntelfinale. Historisch!

 

Zur Kulisse gibt es nicht viel Zusagen. Es verirrten sich maximal 4000 Zuseher ins Lerkendal Stadion zu einem für Rosenborg, bedeutungslosen Spiel. Die offiziell 9100 Besucher lesen sich wahrscheinlich in der Statistik besser.