Sparta Rotterdam - Fortuna Sittard

 

Rotterdam, Sparta Stadion Het Kasteel

9821

Eredivisie

25.01.2020, 20:45

Sparta Rotterdam - Fortuna Sittard  1:1

 

Numero Drei dieser Tour war die Partie zwischen Sparta Rotterdam und Fortuna Sittard in der niederländischen Eredivisie. Eigentlich stand dieses Spiel gar nicht auf der Agenda, doch dachte ich mir am vorherigen Donnerstagabend: „Schau doch mal nach, ob nicht vielleicht noch ein Spiel in den Niederlanden in den Zeitplan passt“. Und siehe da, es standen sogar zwei Begegnungen zur Auswahl. Zum einen eben Sparta, zum anderen Vitesse Arnheim, welches allerdings am Sonntag um 12:15 Uhr spielte, was mit der Leverkusen Partie relativ knapp hätte werden können. So fiel dann die Entscheidung auf Rotterdam, am Samstag um 20:45 Uhr. Wie sich im Laufe des spätabends herausstellte, haben wir mit dieser Wahl auf jeden Fall nichts falsch gemacht. Das herüber pendeln von Mönchengladbach nach Rotterdam funktionierte ohne großen Verkehr problemlos, sodass wir bereits gut eineinhalb Stunden vor Spielbeginn beim Stadion ankamen. Von der Stadtautobahn kommend erblickt man die hell strahlenden Flutlichtmasten des Het Kasteel Stadion (Anm. Auf Deutsch: Die Burg und das Schloss) schon aus drei Kilometer Entfernung. Sehr schön. Die Parkplatzsuche erweist sich als Ausländer ein wenig schwierig insofern man nicht niederländisch spricht, denn mit der lebenden Fremdsprache ist dort kaum jemand vertraut. So ergab es sich schlussendlich, dass wir auf einen VIP Parkplatz gelotst wurden, weil der Kollege vom Ordnerdienst wohl der Meinung war, dass wir zu einem Spieler gehören. Also parkten wir praktisch direkt vor der Haustüre. Auch recht.

 

Von außen betrachtet ist das im Jahr 1998, aufgrund einer Naturkatastrophe, neu errichtete Stadion kein Schmuckkästchen. Charme hat es aber durchaus trotzdem. Vor allem die südliche Seite hat etwas wunderbares. Die, einem Schloss ähnelnde Mauer, ist der einzige noch bestehende Überrest des alten Stadions, wonach auch die Spielstätte benannt wurde. Fährt man mit der Straßenbahn von der „Huygenstraat“ Straße kommend in Richtung Westen, fährt man direkt auf diese Ästhetik zu. Tolle Geschichte. Ansonsten findet man rund um das Stadion noch einen Fanshop sowie das ein oder andere Pub. Diese waren allerdings alle gesteckt voll, deswegen sahen wir von einem Besuch ab. Stattdessen machten wir uns auf in den Innenbereich der Spielstätte. Beim Durchqueren der Einlasspforte wird einem kurz einmal mulmig. Enge Schleusen kennt man ja auch aus anderen Stadien aber den Speerspitzen darauf begegnet man nicht allzu oft bei Eingängen zu Sportstätten. Drinnen wirkt die Spielstätte im Großen und Ganzen dezent, es entzückt jedoch die Kasteeltribüne mit den Türmen, welche über das Dach ragen. Ungewöhnlich für Fußballstadien sind auch die Heizstrahler auf den Dächern. In den Niederlanden sind diese aber verbreitet und im Großteil der Spielstätten zu finden.

 

Auf dem Feld standen sich zwei Mannschaften gegenüber, die eher in der zweiten Tabellenhälfte vorzufinden sind. Sparta Rotterdam spielte traditionell in Rot-Weiß, Fortuna Sittard in Grün-Gelb. Die Partie wurde sehr flott geführt, denn besseren Start erwischten die Hausherren. Bereits in der dritten Spielminute wackelte der Querbalken der Gäste, welche erst seit 2018 wieder im Oberhaus angesiedelt sind, nachdem man 16 Jahre in der Bedeutungslosigkeit verschwunden war. Darauffolgend entwickelte sich aber ein ausgeglichenes Match. Es war ein offener Schlagabtausch. Mitte der ersten Hälfte leistete sich die Hintermannschaft der Gastgeber einen herben Fehler. Damascan umkurvte den Torwart der Heimischen und nutzte den Patzer eiskalt aus. 0:1. Fortuna Sittard war sich anschließend zu sicher und stellte mehr oder weniger ihre Angriffsbemühungen komplett ein. So kam Sparta zu immer größeren Chancen und konnte in der 73. Minute nach einer Ecke den Ausgleich erzielen. Summa summarum hatten die Rot-Weißen vor 9821 Zuschauern mehr Spielanteile. Schlussendlich endete die Partie aber 1:1. 

 

Die Fans von Fortuna Sittard unterstützten ihre Mannschaft sehr lautstark über die gesamten 90 Minuten. Zirka 500 Anhänger werden es wohl gewesen sein. Auf Seiten von Sparta war der Support eher enttäuschend. Es war eigentlich nur in spielentscheidenden Szenen etwas zu vernehmen.

 

 

Abschließend sei noch erwähnt, dass Sparta Rotterdam bereits 1888 gegründet wurde und somit die älteste Mannschaft im Profibereich der Niederlande ist. In Rotterdam spielt man allerdings trotzdem nur die zweite Geige nach dem Erzrivalen Feyenoord. Trotzdem kann man mit Stolz behaupten zu den erfolgreichsten Vereinen des Landes zu zählen. Denn mit dem Gewinn einer Meisterschaft gehört man zum Kreis von nur 8 Klubs denen das gelungen ist.