Lissabon, Estadio Jose Alvalade

31.000

Europa League 

03.10.2019, 21:00

Sporting CP - LASK  2:1

 

 

Der Auftakt in der Europa League war vielversprechend. Rosenborg BK wurde in einem zweikampfbetonten Spiel mit 1:0 in die Knie gezwungen und die ersten 3 Punkte konnten eingefahren werden. Dementsprechend breit war die Brust. Voll gepumpt mit Selbstvertrauen reisten wir nun zum ersten Auswärtsspiel in die kontrastreiche Weltmetropole an der Westküste Portugals. Es sollte trotz bitterer Niederlage ein unvergesslicher Trip werden.

 

Zusammen mit zwei Kameraden  machte ich mich schon am Vortag des Europacupspiels auf in die Stadt der sieben Hügeln. Mit dem Auto nach Wien, von dort per Flugzeug nach Lissabon. Das war der Plan. Aufgrund eines verkehrsruhigen vormittags waren wir bereits etwas früher am Flughafen als vorher gesehen. Die Zeit bis zum Abflug vertrieb man sich mit dem Konsum begehrter Kaltgetränke. In der Nähe unseres Gates trafen wir dann noch auf eine kleine Gruppierung der Ultras von Apoel Nikosia, welche auf den Anschlussflug nach Sevilla warteten. Nach einem kurzen Smalltalk startete unser Flug schlussendlich in die Hauptstadt Portugals. Dort angekommen, begaben wir uns mit dem Taxi gleich zum Estadio Jose Alvalade um uns einen Eindruck vom Gesamtbild des Stadions zu verschaffen. Am Spieltag gestaltet sich das immer eher schwierig. Nachfolgend gings ab ins Hotel. Anschließend dem Check- in sättigten uns Nudelgerichte in der Lobby ehe sich der Tag dem Ende zuneigte.

 

Halbwegs ausgeschlafen und angereichert vom schmackhaften Frühstück startete der für uns, im positiven Sinne,  wohl stressigste "Awayday" aller Zeiten. Nicht weniger als 29.000 Schritte und acht Taxifahrten sollten an diesem Tag zurück gelegt werden. Immerhin wollten wir soviel wie nur möglich aus Lissabon mit nehmen. Den Anfang machte der 360° Panoramic View Tower in der Innenstadt. Wie der Name schon verrät bekommt man hier einen traumhaften Rundumblick auf diesen historischen Ort. Mit 545.000 Einwohnern ist die "Stadt der sieben Hügeln" zudem die meist bevölkerteste Stadt Portugals. Im Anschluss besuchten wir den Palast "Praça do Comércio". Der 1511 erbaute Palais diente 200 Jahre als Residenz der Könige. Zu Fuss, nicht weit entfernt, lag unser nächstes Ziel. Die Hauptkathedrale der Stadt. Oder wie sie im Volksmund genannt wird "Catedral Sé Patriarcal". Vor allem die westliche Fassade der Kirche ist ein Blickfang. Folglich überquerten wir das Meer zum Vorort Almada. Die dort gelegene "Cristo Rei" Statue überzeugt mit ihrer imposanten Höhe. Außerdem ist der Ausblick auf Lissabon durchaus sehenswert. Zurück in der Stadt betrachteten wir noch die "Padrao dos Descobrimentos" - Ein Denkmal am Ufer des Flusses Tejo, den "Belem Tower"- ursprünglich ein Leuchtturm der Entdecker und Handelsschiffe begrüßte sowie das Stadion von Belenenses Lissabon. Ein altes und heruntergekommenes Stadion, der Verein steht eben im Schatten zweier Großklubs. Einen gewissen Anmut hat die Spielstätte aber trotzdem. 

 

Gegen 16:30 Uhr streiften wir die "Wäsch" über und machten uns per Taxi auf zum ausgeschriebenen Treffpunkt am Rossio Platz. In Gesellschaft 350 anderer Linzer zelebrierte man gut eineinhalb Stunden den ersten Europacupauftritt des LASK auf der iberischen Halbinsel. Anschließend ging es per Metro Richtung Estadio Jose Alvalade. Man präsentierte sich lautstark, machte dem portugiesischen Fußvolk klar wer heute zu Gast ist und ließ mit traditionellen Schlachtgesängen die Metrostationen erbeben. Geil! Nach einem anschließenden Fußmarsch von zehn Minuten erreichten wir das im Jahr 2003 für die Europameisterschaft 2004 neugebaute Stadion von Sporting CP. Die Linzer Scharr machte sich im Oberrang breit. Kein guter, aber auch kein schlechter Auswärtssektor. Am starken Support vergangener Europacupspiele konnte man dieses Mal nicht anschließen. Der Grund bleibt fraglich. Die Mannschaft zeigte sich davon unbeeindruckt und spielte Sporting neunzig Minuten gegen die Wand, verlor aber mit 2:1. Raguz brachte den LASK zwar in Führung. Dem SCP reichte aber ein 1:1 aus heiteren Himmel sowie ein vier minütiges Momentum zum Erfolg. Trotz allem ein beeindruckendes Auftreten gegen den 1906 gegründeten Hauptstadtklub. Mit 18 nationalen Meisterschaften reiht man sich hinter SL Benfica und dem FC Porto als drittbeste portugiesische Mannschaft ein. Die Fanszene der Gastgeber sah sehr gespalten aus. In der Kurve stehen viele kleine Gruppen. Jeder kocht sein eigenes Süppchen und der Support ist eher mau. Das Stadion füllt sich erst zu Spielbeginn und leert sich relativ rasch. Natürlich durchlebt der Verein für deren Verhältnisse gerade eine schwere Zeit. Ob es in guten Zeiten anders wäre, ist fraglich, ich hatte aber nicht den Eindruck.

 

 

Zum Abschluss besichtigten wir am Freitag das Estadio da Luz von Benfica Lissabon per Stadionführung. Infolge dessen durchquerten wir noch, dass am Stadion angebaute Museum. Prädikat. Sehenswert.